Nach dem Heuen ist vor dem Heuen!

 

Auf dem Hof von Walter Münger und seiner Familie ist es diese Wochen ruhiger, den das Heu ist schon in der Scheune und das Gras wächst bereits nach. Zwei von seinen Wiesen werden dann  nächster Woche die richtige Schnittlänge erreichen, wenn das Wetter passt –  erst Regen und dann Sonne. Einzig die Wiese direkt am Hof wird nie gemäht, den dort weiden täglich seinen Kühe.

   

Diese Woche wird sich zeigen, welche Qualität das Heu von letzte Woche für den kommenden Winter erhaben wird. Massgebend dafür ist die Menge an Wasser und Nährstoffe in den Gräsern zum Zeitpunkt wo es gemäht wurde. Ein weitere Faktor ist, wie viel Feuchtigkeit der Boden hat, auf dem das Gras zum trocken 2 bis 3 Tage liegt und wie tief die Temperaturen nachts Fallen.  Davon hängt ab, wie sich die Nährstoffe im Gras reduzieren. Wichtig ist, dass das Gras welches jeden Tag vom  Morgentau wieder feucht wird, vor dem Mittag einmal mit dem „Kreiselheuer“ (auch Zetter oder Wender genannt) vom Boden gelöst und mit neuem Sauerstoff versorgt wird. Die Nachmittagssonne am 1. und 2. Tag reicht dann aber aus um nach und nach schonend den Wassergehalt im Gras zu reduzieren, so dass das Gras Trocken ist, jedoch aber nicht bricht.

  

Nun haben wir Heu. Am 3. Tag wird das Heu dann vor dem Mittage ebenfalls noch einmal gewendet, dass es abtrocknen kann. Nach dem Mittag wir dann das Heu mit dem „Schwader“   zu langen Heu-Maden zusammen getan. In Hanglagen muss diese Arbeit noch mit viel Kraft von Hand mit dem Rechen gemacht werden. Dabei ist wichtig, dass die Rechen der Maschine nicht zunah am Boden vorbei kommen, da sonst zu viel Erde ins Heu kommt, sind die Rehen aber zu hoch, bleibt das wertvolle Futter auf dem Feld liegen.

  

Anschliessen kann der Bauern das Heu mit dem Ladewagen aufladen und zur Scheune bringen. Da spielt dann schon wieder der Faktor Zeit eine wichtige Rolle, denn das Heu kann auch zu trocken werden. Auch ziehen nach 3 Tage Sonnenschein gerne schon früh am Abend heftige Gewitter auf.

   

Das heu liegt nun geschützt vor der Witterung im Heustock in der Scheune. Zu diesem Zeitpunkt hat das Heu in der Scheune aber immer noch eine Restfeuchtigkeit. Um diese ohne grossen Verlust der Nährstoffe zu reduzieren, wird durch einen Kanal unter dem Heu der durch einen Rost abgetrennt ist, warme Luft in den Heustock geblasen. Würde man dies nicht machen, können Mott-Brände entstehen.

Zurück zu Walter Münger, der nun gerade die Qualität in seinem Heustock prüft. Seit letzter Woche ist das Heu 1 Meter, gemessen über die ganze Fläche des Heustocks in sich zusammen gefallen. Das ist gut, den so kann er sicher sein, dass die Restfeuchtigkeit raus ist. Direkt nach dem Heuen ist er damit beschäftig, natürlichen Dünger in Form von Gülle auf die Stoppel-Wiesen auszubringen, am besten kurz vor dem Regen. Die Nährstoffe aus der Gülle können so in die Erde eindringen und geben dem Gras Kraft, wieder zu Wachsen und Nährstoffe zu bilden. Diese Nährstoffe sind dann die Grundlage für die Milch im Winter.

   

Wetter – Natur – Erfahrung – Fachwissen – Technik – Zeit – Beobachtungsgabe

Nächste Woche berichte ich dann aus der Käserei Pfyn im Thurgau, die gerade an neuen Heumilch-Produkten tüftelt – was nicht ganz einfach ist.