Qualitätsheu ist kein Zufall

Grundlage dafür ist vor allem die hohe Artenvielfalt, die die Heumilchflächen in den Berg- und Grünlandregionen hervorbringen. Allein mit der steigenden Höhe wächst eine höhere Anzahl an unterschiedlichen Gräsern und Kräutern heran. Ausserdem tragen die Heumilchbauern mit ihrer Art der extensiven Bewirtschaftung wesentlich zur Steigerung der Artenvielfalt bei. Heumilchbauern lassen die Wiesen richtig reifen und machen somit ein bis zwei Schnitte pro Saison weniger als konventionelle Bauern. Gemäht wird dann, wenn eine Vielzahl der Gräser und Kräuter in voller Blüte stehen und die Artenvielfalt am grössten ist.

 

Ein wichtiges Kriterium neben dem optimalen Wetter und dem geeigneten Schnittzeitpunkt sind die hohen Blattanteile im Futter, die von den unzähligen Gräsern und Kräutern herrühren. In diesen stecken die wertvollen Inhaltsstoffe wie Vitamine, Spurenelemente und Mineralstoffe. Gräser liefern in erster Linie die notwendige Energie in Form von Kohlehydraten. Leguminosen wie Rotklee sind bedeutsam in der Proteinversorgung und Kräuter zeichnen sich durch einen hohen Mineralstoffgehalt und zahlreiche sekundäre Pflanzeninhaltsstoffe aus. Sehr wichtig bei der Heuqualität ist auch das Aroma, das in der Milch wiederzuerkennen ist.

Qualitätsheu hat viel Aroma und ist inhaltsreich, hat aufgrund hoher hygienischer Standards einen unvergleichlichen Duft und bringe eine stark grünliche Farbe mit. Das ist die perfekte Basis für die gesamte Winterfütterung und damit für wertvollste Heumilch.

1. Trockener Boden

Der Boden und das Gras dürfen nicht nass sein, es besteht die Gefahr von Narbenschäden und Verschmutzung des Futters. Wird zu früh am Tag gemäht, ist der Tau noch nicht abgetrocknet was die Feldliegezeit verlängert.

2. Mähen

Für die Vortrocknung am Feld sind Mähaufbereiter mit ihren Schlagleisten oder Quetschwalzen gut geeignet, da sie speziell gröberen Halmen mehrere Bruchstellen zufügen wodurch das enthaltene Wasser leichter austreten kann. Dieser Vorteil wirkt in der Trocknungsanlage weiter. Nachteilig sind ein höherer Leistungsbedarf und die eingeschränkte Hangtauglichkeit. Mit dem Aufbereiter kann in der Regel ein Wendevorgang (zetten) eingespart werden.

3. Zetten und Schwaden

Für sehr grobes Futter oder wenn sich nach dem Mähen Haufen bilden empfiehlt es sich abwechselnd längs und quer mit dem Kreiselzettwender zu fahren um die Haufen besser anzustreuen. Mit jedem Wendevorgang muss die Zapfwellendrehzahl reduziert werden, um Bröckelverluste gering zu halten. Beim Schwaden ist es günstig etwas früher den Schwad zu machen, um ihn noch einige Zeit im Wind trocknen zu lassen. Auch das kann die Bröckelverluste verringern.

In steilen Hängen werden diese Arbeiten von Hand gemacht. Diese Stellen werden jedoch nur 1 bis 2 Mal pro Jahr gemäht.

4. Ladewagen

Grundsätzlich eignen sich alle Ladewagen für die Heuernte. Für die Ladewagen sind grosse Volumen günstig, denn das Heu soll im Wagen nicht stark verdichtet werden, weil es anschliessend nur schwer wieder aufgelockert werden kann. Bei grobem Futter können 3-6 scharfe Messer eingesetzt werden.

5. Einlagerung

Das Heu wird mit dem Kran, Heubagger oder Gebläse in das Heulager aufgebracht. Die gleichmässige und lockere Verteilung spielt dabei eine grosse Rolle. Die ersten 24 Stunden soll die Box nicht betreten werden. Wenn sich sogenannte Trockenkamine bilden, sollen diese mit noch feuchtem Material abgedeckt werden. Tritt entlang der Boxenwand Luft aus, so kann durch eine Verdichtung der Luftaustritt gebremst werden.