Der Weg ist das Ziel – Erster Etappensieg «Schweizer Heumilch Käse»

Der Weg ist das Ziel – Erster Etappensieg «Schweizer Heumilch Käse»

Küssnacht am Rigi – Nur knapp ein Jahr nach der Gründung des Vereins Heumilch Schweiz, feiert die Initiative einen ersten Etappensieg. Nach dem Start im vergangenen November bei Coop sind nun erste Heumilchkäse und weitere Molkerei-Produkte im Handel erhältlich.

Knapp ein Jahr nach der Gründung, lädt der junge Verein zu seiner ersten Jahres-Medienkonferenz auf einem traditionellen Heumilch-Hof in Küssnacht am Rigi ein, um sein erstes Etappenziel mit einem Heumilch-Zmorge zu feiern. Freudiger Anlass ist, dass die ersten innovativen Heumilch-Käse im Handel erhältlich sind.

Etappe für Etappe zum Erfolg

Präsident Walter Münger ist stolz auf die Errungenschaften des Vereins in den letzten 10 Monaten. Aktuell zählt er 20 Milchverarbeiter und rund 160 Heumilchproduzenten als Mitglieder mit einer Gesamtmilchmenge von 12 Mio kg Milch. Weiterhin beschränkt sich die Distribution von Heumilch-Produkten auf die Zentralschweiz. Dort sind die Verkaufszahlen der Voll- und Drinkmilch bei Coop positiv und steigend, haben aber durchaus noch Wachstumspotential. Ergänzt werden die Milchen neu durch Heumilch-Joghurts in den vier verschiedenen regionalen Geschmacksrichtungen Erdbeere, Himbeere, Waldbeere und Apfel. Ebenfalls ab sofort erhältlich sind folgende Käsespezialitäten mit Heumilch-Siegel: Ein sechs Monate gereifter, würziger «Küssnachter» von der Küssnachter Dorfkäserei und ein Halbhartkäse «Naturgold» der Käserei Neudorf. Der Weichkäse-Hersteller BAER präsentiert darüber hinaus ein Camembert, Brie und Tomme in Heumilchqualität, der ab Kalenderwoche 21 national in 480 grösseren Coop-Filialen erhältlich ist. In verschiedenen Käsekellern von Mitglieder-Betrieben reifen derzeit Heumilch-Käsespezialitäten welche das Heumilch-Sortiment peu à peu ergänzen werden.

Die Referenten, Walter Münger (Präsident Heumilch Schweiz), Samuel Flückiger (Baer AG), Sepp Werder (Küssnachter Dorfkäserei), Karl Neuhofer (Obmann ARGE Heumilch AT) und André Bernet (Leiter Geschäftsstelle Heumilch CH) erläuterten aus Ihrer Sicht die Vorteile, Nachteile, Chancen und Zukunftspläne in ihrer Tätigkeit mit Heumilch. Gemeinsam teilen sie die Leidenschaft für Qualitätsmilch und Naturkäse. Auf die Frage, ob es Heumilch auch in 10 Jahren noch geben werde, nannten sie folgende Argumente:

  • Heumilch ist der einzige Rohstoff für Naturkäse, ein Wahrzeichen und Kulturgut der Schweiz. Danach wird auch in 10 Jahren noch Nachfrage bestehen.
  • Heumilch ist eine Differenzierung im Milchmarkt, so wie es in anderen Lebensmittelsparten auch der Fall ist – mit Mehrwerten, die es sich zu kommunizieren lohnt.
  • Heumilch entspricht vorherrschenden Konsumentenwerten nach mehr Natürlichkeit, einer tierfreundlichen Ausrichtung und dem Erhalt von kleinen Betriebsstrukturen.
  • Heumilch hat das Potenzial verstanden zu werden und den Nerv der Zeit zu treffen.

Eine weitere immer wiederkehrende Frage bezieht sich auf den höheren Milchpreis, den die Bauern erhalten sollen.

Karl Neuhofer, ein langjähriger und erfahrener Heumilchbauer nennt ein wichtiges Argument, weshalb der Mehrwert der Heumilch die zukünftige Existenz von Bauern sichert: «Jeder Betrieb oder Unternehmen, so auch ein Landwirtschaftsbetrieb, muss investieren können, um langfristig damit Geld zu verdienen.» Der Mehrwert der Heumilch ermöglicht es den Bauern neben dem Familieneinkommen auch in zukunftsorientierte und nachhaltige Technik und Infrastruktur zu investieren und die Ställe tierfreundlich zu halten.

Heumilch ist wohl die traditionellste Art der Milcherzeugung und wird ohne Silofutter produziert. Heumilchkühe fressen im Sommer Gras und im Winter Heu. Die artgerechte Ernährung und Haltung inklusive Auslauf (100% Erfüllung des RAUS Standards) wirkt sich positiv auf die Milchqualität aus. Nur diese erstklassige Milchqualität eignet sich für die Produktion von Rohmilch- oder auch Naturkäsen, die ein einzigartiges kulturelles Erbe der Schweiz und anderer Alpenländer darstellen. Im Vergleich erfüllen in der EU heute nur noch 4-5% der produzierten Milchmenge diesen Qualitätsstandard.

Ziele des Vereins 2017/18

  • Regionale Ausweitung der Heumilchprodukte auf die ganze Deutsch-Schweiz, so wie nach Süddeutschland.
  • Schnelles Mitgliederwachstum, um den Erhalt von traditionellen, gewerblichen Käsereien und deren Milchbauern zu garantieren.
  • Nachhaltige Kommunikation der Vorteile von Heumilch als traditionellste Art der Milchproduktion zum Wohl von Mensch und Tier.

 

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